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Wenn wir hier in Deutschland von „kalt“ sprechen, sprechen wir de facto von gemütlichen Temperaturen. Zumindest im Vergleich mit der gestern veröffentlichten tiefsten Temperatur, die bisher natürlich vorkommend auf der Erde gemessen wurde: -92 bis -94 °C! Diese Temperatur wurde auf einem entlegenen Plateau in der östlichen Antarktis im August 2010 gemessen. Der bisherige Rekord lag bei -89.2 °C, gemessen 1983 an der Wostok Forschungsstation in der Ostantarktis.

 

Wobei sie nicht mit einem herkömmlichen Thermometer gemessen wurde, sondern anhand von Satellitendaten. Und warum sind die Wissenschaftler überhaupt in den Daten auf Temperatursuche gegangen? Weil sie Risse in der Eisdecke gesehen haben, die sie für temperaturbedingte Risse hielten. Das wiederum warf die Frage auf, wie kalt es in dieser Gegend denn werden kann – die Temperatur-Jagd begann.

Wie kann es so kalt werden? Bei einer stabilen Wetterlage mit klarem Himmel bildet sind in dieser Gegend eine besonders kalte Luftschicht direkt über dem Boden. Da kalte Luft schwerer ist als warme bewegt sie sich nach unten – fließt regelrecht in Senken. Dort kann sie sich sammeln und wenn die Wind- und Druckverhältnisse genau richtig sind, noch weiter abkühlen.

Um die per Satellitendaten erhaltenen Temperaturen zu bestätigen, sollen Wetterstationen in der Region verteilt werden. Allerdings müssen erst mal welche entwickelt werden, die dieser Kälte standhalten!

 

Quelle:

http://nsidc.org/news/press/2013_ColdestPlace_PR.html