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Acht Arme, acht Augen und trotzdem blind. Das war unser bisheriges Verständnis von Seesternen, seit die Augen an den Armspitzen vor rund zwei Jahrhunderten entdeckt und beschrieben wurden. Wissenschaftler aus Dänemark und Norwegen widersprechen dem jetzt. Sie zeigten, dass zumindst eine Korallenriff-bewohnende Seesternart (Linckia laevigata) sehen kann. Zugegeben, die Auflösung ist miserabel und das Bild entsteht nur langsam, aber es ist da. Und es reicht, dass der Seestern sein Riff wiederfinden kann, wenn er gemeinerweise woanders hingesetzt wurde.

Seesterne tragen ihre Augen an der Armspitze (aus Garm und Nilsson 2014) Um einem Angreifer auszuweichen reicht es allerdings nicht aus. Und selbst wenn der Seestern den schnellen Angreifer sehen könnte, kann er sich doch nicht schnell genug bewegen, um zu fliehen. Geschwindigkeit der optischen Wahrnehmung und der Bewegung passen also zusammen.

Das Facettenauge eines Seesterns (aus Garn und Nilsson 2014)

Quelle:

A. Garm aund D.-A. Nilsson 2014: Visual navigation in starfish: first evidence for the use of vision and eyes in starfish. Proc. R. Soc. B 281:20133011.

http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2013.3011