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10 Mal mehr Fische als bisher gedacht!  Mit diesem Satz haben diese Woche einige Blogs und Zeitungen (im englischsprachigen Raum) Schlagzeilen gemacht. Aber stimmt das? Heißt das, dass Überfischung passé ist und wir wieder jede Menge Fisch auf dem Teller haben können? Leider nicht!

Denn selbst wenn die Ergebnisse aus dem im Februar in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlichten Paper stimmen bleibt das Problem der leeren Ozean bestehen. Leer bezüglich der Fisch, die wir als ess- und genießbar ansehen. Denn die gefundenen riesigen Schwärme bestehen aus Laternenfische und Borstenmäuler, die zwar spannend aber nicht unbedingt die Art von Fisch sind, die in Salzkruste gegrillt eine Delikatesse darstellen.Laternenfisch (Photo: Prof. Francesco Costa)

Warum ist aber der Fund dieser riesigen Fischschwärme eine Sensation und erst jetzt erfolgt? Wie sind Wissenschaftler und Fischer auf die viel geringe Zahl an Tieren gekommen, von der wir bisher ausgegangen sind? Bisher wurde die Anzahl der Tiere aufgrund ihrer Anzahl in Netzfängen bestimmt. Die neue Studie hat Echolot zur Ortung der Tiere verwendet. Es sieht so aus als könnten die Fische des Mesopelagials – also der mittleren Wasserschichten in eine paar Hundert bis zu Tausend Metern Tiefe – ein Netz wahrnehmen und ihm ausweichen. Entsprechend werde sie relativ selten gefangen und wurden gewaltig unterschätzt, nicht in Artenvielfalt aber doch in Biomasse. Den neuen Schätzungen zufolge könnten bis zu 95 % alle Fische in der dunklen Zone zwischen der lichtdurchfluteten Zone und der Tiefsee leben. Die biofluoreszenten Borstenmäuler (Cyclothone) sind vielleicht sogar die häufigsten Wirbeltiere auf der Erde.